Kommentar in der Badener Zeitung
Augenauswischerei!
Vor kurzem haben wir bei uns zu Hause den alten Gasbrenner gegen eine modeme Pelletsheizung mit Solarunterstützung ausgetauscht. Voll des Tatendranges wollten wir nun auch die Förderaktion des Lebensministeriums nützen und eine Photovoltaikanlage auf unserem Dach errichten. Mit
dieser Anlage können auch Privathaushalte ihren Strom selbst erzeugen. Was über den Eigenverbrauch hinaus geht, wird in das öffentliche Netz eingespeist und vom Energieversorger geringfügig abgegolten. Da die Technologie wohl schon ausgereift, aber leider noch relativ teuer ist, macht die Investition ohne Förderung wenig Sinn. Es würde Jahrzehnte dauern, bis sich die Anlage amortisiert. Umso erfreuter waren wir über die jüngste Förderaktion, bei der 18 Millionen Euro ausgeschüttet werden sollten.Zum Stichtag vergangenen Dienstag saß ich um 10 Uhrgespannt vor meinem
Computer, um den Antrag abzuschicken. Pünktlich wurde die Leitung freigeschalten, aber nur, um nach wenigen Sekunden hoffnungslos überlastet zusammenzubrechen. Endlich um 13 Uhr,nachdem vermutlich sämtliche Fördermittel längst ausgeschöpft waren, gelang es auch mir, den Server zu
überlisten. Es ist eigentlich traurig,dass man derart sinnvolle, nachhaltige Aktionen zu einer Augenauswischerei verkommen lässt und nur einen Bruchteil des benötigten Geldes zur Verfügungstellt,während für Eurofighter oder ähnliche Unnötigkeiten Milliarden verplempert werden.(Quelle: Badener Zeitung, Kommentar von Rainer Dietz)





